4 x L = Business


Gerry Weber
Gerry Weber

Für ein paar Stunden ist alles anders. Das Telefon wird umgestellt. Das Notebook zugeklappt. Der Terminkalender leer geräumt. Alle haben Zeit. Man hat sich fein gemacht. Die Stimmung ist gelockert. Die eine oder der andere ist vielleicht sogar etwas aufgeregt. Ein rundum perfektes Szenario, das ich regelmäßig erlebe, wenn ich die Welt der Wirtschaft betrete. Um diejenigen in Szene zu setzen, die hier das Heft in der Hand halten. Um die Regie für jene zu übernehmen, die sonst selbst Regie führen.

Bei einem Business-Shooting kommt man um den Buchstaben L nicht herum. Um die Location, das Licht, den Look und die Laune. Die Location schaue ich mir schon vorher an. Wie steht der Schreibtisch? Wohin geht das Fenster? Kann man einen weißen Hintergrund aufstellen? Passen da auch alle rein? Wo ist Platz für das Equipment? Das Licht mache ich zusammen mit dem Assistenten. Nicht immer braucht es neun Blitzlampen wie beim Gerry Weber-Vorstand. Aber so zwei, drei Leuchten sind schon wichtig. Ein einziger Spot kann alles ändern. Beim richtigen Look will manch einer erst überzeugt werden. Wer vor der Kamera so wie im richtigen Leben aussehen möchte, braucht etwas Styling. Darum kümmert sich der Make up Artist. Der (oder die) tut nicht weh, und man merkt es eben beim Ergebnis. Kommen wir zur Laune, die ja erstmal gut ist. Dass sie das bleibt, dafür bin ich zuständig. Auch wenn die Vorbereitung stimmt, kann es mal ein bisschen dauern. Bei Gruppenaufnahmen und Einzelportraits in Serie bis zu einem ganzen Tag. Da helfen kleine Geschichten. Kurze Pausen. Die richtige Mischung aus Ruhe und Dynamik. Bis die Damen und Herren so seriös, verbindlich, entscheidungsstark, bestimmt, klar, harmonisch, weitsichtig, zupackend, kompetent, führungsstark, freundlich, offen, erfahren und souverän rüberkommen, wie es der Anlass erfordert.

Freu Breuer Foto 2
Frau Breuer Foto 1
Sanofi-Aventis Bild 2
Dr. Heinemann Sanofi-Aventis
Sanofi-Aventis Bild 1
Dr. Heinemann Sanofi-Aventis
Frau Breuer Foto 2
Frau Breuer Foto 2

Bei den Bildern für den neuen Internetauftritt von Frau Rechtsanwältin Breuer, das Pressematerial von Herrn Dr. Heinemann bei der Sanofi Aventis AG und den Geschäftsbericht der Gerry Weber AG hat das jedenfalls bestens funktioniert. Wie bei vielen anderen im kleinen und großen Business auch. Es lohnt sich eben immer, wenn dort für ein paar Stunden alles anders ist.

Gerry Weber Making-Off Bild 1
Gerry Weber Making-Off Bild 1
Gerry Weber Making-Off Bild 2
Gerry Weber Making-Off Bild 2
Gerry Weber Making-Off Bild 3
Gerry Weber Making-Off Bild 3

Coke Fridge – oder was kostet ein Lächeln?


Coke
Coke

„ Ein Shooting mit einem Kühlschrank und zwei Promoterinnen. Wie viel kostet das? Und wann können wir’s machen? Bitte sofort kalkulieren!“ Wenn so eine Agenturanfrage mit Grobbriefing kommt, bin ich immer froh, dass es nicht die erste ihrer Art ist. Dass ich genug Platz im Studio habe und das richtige Equipment dafür, das wissen sie ja. Aber ich ahne schon, dass es meist ein bisschen mehr ist, was am Ende gebraucht wird. Dieses Bild noch. Vielleicht jene Pose. Nur als Reserve, zur Sicherheit. Klar, mit Kühlschrank. Dann mit einzelner Flasche. Oh ja, beide zusammen mit dem Kistenstapel, das ist doch attraktiv. Fast automatisch stelle ich mich darauf ein, dass neben der Promotion-Agentur vielleicht noch eine zweite, sagen wir mal die Online-Agentur, ein Wörtchen mitzureden hat. Die hat das Detailbriefing. Kennt das Medium ganz genau. Und dann gibt’s auch noch den Kunden. Der weiß ja am besten, was er möchte. Alle sollen glücklich mit dem Shooting werden, nicht nur ich. Jetzt schon mal vorbereiten. Da ist der Kühlschrank-Prototyp, kommt aus Slowenien. Schön schwarz, es geht ja um Coke zero. Kann man schon mal einleuchten. Erst geschlossen, dann geöffnet und bis oben hin befüllt. Nun zu den Kisten, die sind rot wie üblich. Wie stellen wir sie hin? Wo ist Platz für die Girls in den schwarzen Minis? Bringen die ihre roten Gürtel selbst mit? So vergeht die Zeit. Ab und zu ein Anruf. Spontane Ideen. Kleine Änderungen. Gute Anregungen. Die und der möchten auch dabei sein. Was nicht ausdrücklich gesagt wird, könnte umso wichtiger sein. Das heißt: voraus denken, bereit sein fürs Umschwenken, sich präparieren auf das beinah Unmögliche.  Ergo: schnell, flexibel und gelassen muss er sein, der Fotograf. Im Vorfeld, in der Kommunikation und natürlich dann, am Tag X. Ach ja, und lächeln sollte er. Das tut allen Beteiligten gut, überträgt sich auf die Bilder und rundet den Auftrag ab.

Coke Internetseite
Coke Internetseite
Coke Internetseite
Coke Internetseite
Coke Internetseite

Making-Off
Making Off

Das Coke Fridge Shooting jedenfalls war ein voller Erfolg. Ist online seit Dezember. Bringt Coke zero mit Designerkühlschränken, Jahresvorräten und iPods an Frau und Mann. Und hat auch noch ein paar schicke Fotos für Coca Cola light und die Fashion Week Berlin Promotion produziert. Alle sind glücklich. Ich lächele. Da klingelt das Telefon: „Was kostet ein Shooting mit..........?“

Coke
Coke

„Schnelle, neue Mappen!“


Film 1

Film 2

Gute alte Mappe!

Früher klemmte sich der Fotograf von Zeit zu Zeit seine dicke Mappe unter den Arm. Und machte sich auf den Weg. In die Welt der Agenturen, Verlage und Product Manager. Einmal am Empfang vorbei platzierte er sich vor dem großen Schreibtisch des Art Direktors. Grinste und schob seine Karte hinüber. Die Kontaktassistentin mit dem Silber-Laptop brachte einen leckeren Kaffee. Ein Junior hockte sich dazu. Man quatschte ein bisschen über große Kampagnen, peinliche Flops, unfähige Konkurrenz und die hippen Kreativkameraden. Kurz bevor es zu gemütlich wurde, räusperte sich der Lichtbildner. Stemmte seine edlen Werke unter Klarsicht in Leder hoch. Das große Blättern begann. Stirnrunzeln. Hüsteln. Ach, das ist von Dir. Schönschön. Geiles Licht. Wie geht das? Kann man loben. Die Kleine hatten wir schon mal. Gar nicht so schwierig, wie sie aussieht. Soso, Wäsche kannst Du auch. Immer diese hässlichen Druckstellen. Heh, diese Wirtschaftsheinis da. Die gefallen mir. So was brauchen wir immer. Und sieh mal an. Ein kleiner Christo bist Du. Not bad, die Wrapped Buildings. Solltest Du mehr draus machen. Es klopft. Der Creative Head. Will keinen Druck machen. Aber: nächstes Meeting in 10 Minuten. Okay, hab ja was gesehen von Dir. Noch ein paar Fragen auf die Schnelle. Equipment? Formate? Machst Du’s auch noch analog? Wie ist Dein Tagessatz? Hoho. Nächste Woche schon was vor? Gut, Deine Nummer hab ich ja. Muss ins Konfi. Siehst ja, was hier los ist. Schade, dass man nie Zeit hat. Bis dann. Du hörst von mir. Weg war der Art Direktor. Zu war die Mappe. Langsam erhob sich der Fotograf und folgte dem Silber-Laptop zum Ausgang. Die große Glastür schloss sich hinter ihm. Wieder einmal hatte er keine Ahnung. Ob das nun gut oder schlecht gelaufen war. Ob er was hören würde oder nicht. Aber als er hinaus ins wilde Leben trat, hatte er eine Idee. Das Ding könnte man ja auch anders aufziehen. Sozusagen umgekehrt. Schick doch erst mal die Mappe alleine los. Und zwar digital. Dann können sie blättern und gucken und reden. Alle. Wann immer sie Zeit haben. Bevor sie Dich anrufen und es losgeht.